Elbe-Radweg #4 Wittenberge-Arneburg

Etappe #4 Wittenberge-Arneburg
Dienstag, 30. Juni 2020

Heute schlafe ich erstmal aus und nehme als einziger Gast das Frühstück im Kaminzimmer ein. Ich lasse mir die Brötchen schmecken und nehme mir die Zeit, denn heute steht ein ruhiger Tag auf der Agenda. Nachdem Checkout fahre ich nochmal durch Wittenberge und mache kurz Halt am Wasserturm, dem Wahrzeichen der Stadt sowie am historischen Lokschuppen.

Ich verlasse Brandenburg und wechsele nach Sachsen-Anhalt. Den ersten Stopp mache ich Rühstädt – dem storchenreichsten Dorf in Deutschland. Auch wenn ich schon zuvor auf der Fahrt das eine oder andere Nest des Adebar entdeckt habe, sehe ich hier sicher 40 Storchen-Nester über das kleine Dorf verteilt. Man hört und sieht die Weltenbummler an wirklich jeder Straßenecke.

An vielen Häusern haben die Besitzer ein Infotafel angebracht auf welcher vermerkt wurde, wann die Störche angekommen sind, wie viel Junge sie haben und wann sie wieder ins warme Afrika geflogen sind.

Weiter geht es an dem noch immer großen Strom in Richtung historischer Kulturlandschaft der Altmark. Dank der guten Beschilderung geht es zügig voran. Zur Mittagszeit erreiche die Hansestadt Havelberg, welche mit ihrer wertvollen Architektur von der Blütezeit Anfang des 18. Jahrhunderts zeugt. Hier besichtige ich den markanten Dom und bestaune die Epitaphien verschiedener Epochen.

Da die Fähre in Sandau ausser Betrieb ist, fahre ich die alternative Route mit dem Plan dann in Klietz überzusetzen. Verschiedene Schilder geben anderslautende Auskünfte wann denn die letzte Fähre ablegt. Zu dem Zeitpunkt bin ich noch guter Hoffnung hier die Elbe queren zu können; am Anleger wartet auch schon Fähre und Steuermann.

Aber zu früh gefreut: Der Fährmann zurrt die Fähre fest und verabschiedet sich in den Feierabend. Nun ist guter Rat teuer, denn meine bereits gebuchte Unterkunft ist zwar weniger als 1km Luftlinie entfernt – allerdings trennt uns hier die Elbe! Nach Havelberg zurück ist keine Option. In meine Karten vertieft treffe ich auf einen Landwirt, der mir in meiner Misere einen Schlafplatz in seiner Scheune anbietet. Ich entscheide mich dann doch für die Variante über Brücke in Tagermünde zu fahren.

Das bedeutet 30+ Kilometer extra; auch muss ich oft Schafen Vorfahrt gewähren und kann weder unten am Deich noch auf dem Deich weiterfahren. Hier treffe auf eine Radlerin die mich aus dem „vermienten“ Gebiet auf die Bundesstrasse lotst.

Zudem hat mich auch meine elektronische Navigation aufgrund Strommangels verabschiedet. Die Sonne ist schon fast untergegangen als ich endlich in Arneburg ankommen. Zuvor musste ich mich noch über den einen und anderen Höhenmeter quälen. Die Stadterkundung fällt heute sehr kurz aus und nach über 110 Kilometern auf dem Tacho will ich mich nur noch in die horizontale legen.

Alte Apotheke in Arneburg

Veröffentlicht von Nils Bike

Nils Bike and Co.

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