Elbe-Radweg #14 Ústí nad Labem – Mělník

Etappe #14 – von Ústí nad Labem nach Mělník
Freitag, 10. Juli 2020

Als die ersten Sonnenstrahlen mich wecken, mache ich mich rasch auf den Weg den heute gibt es noch einiges zu erkunden. Zu erst hebe ich Kronen am Automaten ab. Mit harter Währung in der Tasche lebt es sich irgentwie bedenkenloser. Danach geht es zum Tesco Express, wo ich mich zuhilfenahme minimaler Kommunikation mit Lebensmitteln für den Tag eindecke. Jetzt habe ich auch Klimpergeld in der Tasche.

Erstes Ziel für heute ist die Burg mit dem fesselnden Namen Hrad Střekov – Burg Schreckenstein. Allerdings gilt es hier das erste Hindernis zu bezwingen. Ein Sperrwerk, welches nur mit Hilfe von Treppen überwindbar ist. Wohl dem, der kein E bike fährt.

Kurz danach kommt eines der Höhepunkte des Elbe-Radwegs, die malerischer Elbschleife auch genannt Porta Bohemica – Das Tor zu Böhmen. Es ist leicht diesig und so kracksel ich nicht bis ganz nach oben. Diese Felsformation steht schon seit Millionen von Jahren und wird sicher noch genauso lange Besucher erfreuen.

Ich wechsele von Nord- nach Mittelböhmen.

Die Fahrt geht über die gut ausgebauten Radwegen zügig voran. Auf dem Weg nach Litoměřice werden die Berge und Hügel wieder sanfter und weitläufiger.

In der Königsstadt erinnern prachtvolle Bauten an den Ruhm vergangener Tage. Die Pastell-Farbenpalette wurde hier komplett ausgeschöpft. Ein wirklich lohnenswerter Zwischenstopp.

Schon gestern hatte ich über Terezín gelesen, welches nicht direkt an der Route liegt. Auch wenn die Innenstadt noch mächtige Gebäude aufweisen kann, machen sie einen eher verschlissenen Eindruck.

Unweit liegt auch das KZ Theresienstadt. Hier kann und will ich nicht vorbeifahren. Ein kurzer Besuch fühlt sich wie eine Ewigkeit an – eine niederschmetternde Lektion der Geschichte.

Wiesen und Wälder wechseln sich ab. Am Horizont kämpft sich die Sonne durch. Die Fahrt geht flott voran. Kurze Pause mache ich in Roudnice nad Labem. Das Schloss Raudnitz aus dem 17. Jahrhundert steht in mitten der Stadt.

Bei Račice u Štětí übersehe ich wohl einen Wegweiser. Die Strasse wird immer schlechter und kurz darauf finde ich mich auf eine Rinderweide wieder. Umkehren ist keine Option so geht es querfeldein und schiebend am Zaun entlang bis ich wieder asphaltieren Boden unter den Füssen habe.

Der Wind bläst mit voller Kraft sodass ich den Umweg zeitlich bald wieder rausgeholt habe. Allerdings offenbart sich gerade die nächste Problematik, denn ich müsste bereits auf der anderen Seite sein um meine Unterkunft zu erreichen. Die nächste Brücke ist erst hinter Mělník was einen Umweg von mindestens einer Stunde ausmachen würde.

Ich stelle mir vor, dass aus dem Nichts ein mysteriöse Boot erscheint und mich übersetzten lässt. Es kommt aber noch besser: Eine Pipeline kreuzt den Fluss; davon hatte ich zuvor schon einige gesehen aber diese war anders, denn es befand ein Gerüst daran, welches eine Überquerung möglich machen könnte: Zeichen oder Schilder konnte ich auch nicht entdecken und schlussfolgerte somit das wenn es nicht verboten ist erlaubt sein müsste. Allerdings muss ich die Taschen abnehmen und alles einzeln hochtragen.

Von hier geht es relative schnell nach Vehlovice, einem Vorort von Melnik. Eine urig eingerichtet Ferienwohnung erwartet mich. Es gibt sogar eine Sauna, aber mir ist es nach den 100 Kilometer auf dem Stahlross bereits heiss genug. Da bevorzuge ich das kühle Bier, welches mir der Vermieter zusammen mit den Schlüsseln überreicht. Na zdraví!

Veröffentlicht von Nils Bike

Nils Bike and Co.

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